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FDP: Altmaier muss endlich eine Strategie zur Rettung der Betriebe vorlegen – Coronahilfen schnell auszahlen

Zur Debatte über die Corona-Wirtschaftshilfen erklärt die stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Saar Angelika Hießerich-Peter:

„ Steuerberaterkammerpräsident Leistenschneider hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Wirrwarr um die Wirtschaftshilfen führt zu Ungerechtigkeiten, Chaos und Mehrarbeit. Das Vertrauen der Unternehmer in die Politik wird immer mehr beschädigt. Statt Runder Tische sollten Ministerpräsident Hans und Wirtschaftsministerin Rehlinger endlich Druck bei ihren Parteifreunden Altmaier und Scholz machen, dass die Hilfen schnell so wie angekündigt ausgezahlt werden, inklusive eines adäquaten Unternehmerlohns für Selbständige. Es mutiert zum traurigen Treppenwitz, dass die CO2-Steuer zum 1.1. problemlos eingezogen werden kann, während man bei den Wirtschaftshilfen immer neue Stolpersteine erfindet, die eine Auszahlung verzögern. Vorarbeit und Durchführung bei den Coronahilfen waren mehr als mangelhaft, was die Wirtschaft jetzt ausbaden muss. Wir stehen wegen dieser stümperhaften Politik vor einer beispiellosen Insolvenzwelle, vor allem im Einzelhandel und im Gastgewerbe. Das Chaos muss jetzt endlich beendet werden. Es wird höchste Zeit, dass die Bundesregierung ihre Fehler eingesteht und korrigiert. Es ist nicht vermittelbar, dass Großunternehmen wie Lufthansa oder TUI innerhalb weniger Tage zugesagte Finanzspritzen in Millionenhöhe auf dem Konto haben, während der Händler oder Friseur um die Ecke seine letzten Ersparnisse auflösen muss, um seinen Betrieb am Leben zu halten. Vor allem muss Wirtschaftsminister Altmaier, der noch im März vollmundig erklärte, dass kein Arbeitsplatz verloren gehen wird, endlich eine Strategie vorlegen, wie es weitergehen soll und wie er Betriebe und Arbeitsplätze erhalten will. Instrumente wie die negative Gewinnsteuer wären eine große Hilfe für die Betriebe“

FDP Saar: 15 Kilometer-Regel nicht logisch -Maßnahmen müssen nachvollziehbar und kontrollierbar sein

Für die FDP Saar ist die 15 Kilometer-Regel bei Landkreisen mit einem Inzidenzwert über 200 nicht logisch und sollte daher dringend abgeschafft werden.

Dazu der stellvertretende Landesvorsitzende Dr. Helmut Isringhaus:

" Die 15 Kilometer-Regel bei Landkreisen mit einem Inzidenzwert über 200, wie ihn mittlerweile der Landkreis Saarlouis und der Regionalverband Saarbrücken erreicht haben, ist so nicht logisch und bringt keinen Mehrwert. Die Kritik des Saarlouiser Landrats Lauer trifft voll ins Schwarze. Ausflugsziele im Freien nach Herkunft der Besucher zu kontrollieren erscheint mehr als Symbolpolitik als dass man dadurch wirklich das Infektionsgeschehen in den Griff bekommen könnte. Eine Kontrolle, welcher Besucher eines Ausflugsziels aus einem Hotspot kommt und welcher nicht, wird kaum möglich sein. Wirksamer ist es, bei sehr starkem Andrang das Ausflugsziel zu sperren, wie es ja bereits am Petersberg gemacht wurde. Es ist zwar begrüßenswert, dass die Landesregierung versucht hat, eine sozialverträgliche Regelung zu finden, die beispielsweise Familienbesuche nicht unmöglich macht, aber hier wurde ein bürokratischer Papiertiger erschaffen, der lediglich Stress und Arbeit verursacht. Die Landesregierung muss bei ihren Maßnahmen darauf achten, dass sie nachvollziehbar und kontrollierbar bleiben und auch wirklich einen Einfluss auf das Infektionsgeschehen nehmen können. Ich denke auch, dass wir keine schärferen Maßnahmen brauchen, sondern ein transparentes Maßnahmenpaket, das auch wirklich wirksam kontrolliert wird und je nach Fallzahlen regional angepasst werden kann".

FDP: Regeln müssen nachvollziehbar bleiben / Perspektiven für Öffnungen schaffen

Die FDP Saar fordert die Landesregierung auf, Perspektiven für Öffnungen zu schaffen sowie manche Verschärfungen zurückzunehmen. Dazu der Landesvorsitzende Oliver Luksic:

"Die neue Coronaverordnung des Saarlandes ist gegenüber den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz ein positiver Schritt. Die Landesregierung hat sich bemüht, unnötige Härten zu entschärfen. Weshalb Ministerpräsident Hans den verschärften Regeln in der MPK vorher dann aber zugestimmt hat, ist allerdings nicht klar. Zudem sind nicht alle Beschlüsse nachvollziehbar. Kontaktbeschränkungen sind notwendig, um die Fallzahlen zu senken. Allerdings müssen Maßnahmen nachvollziehbar bleiben, um die Akzeptanz zu erhalten. Die Kontaktregelungen sind viel zu kompliziert konstruiert worden und sollten zügig wieder zugunsten der alten 5-Personen-Regelung plus Kinder unter 14 Jahren zurückgenommen werden. Ebenso ist die 15 Kilometer Regel unverhältnismäßig, nicht kontrollierbar und realitätsfremd. Ob die Menschen 15 oder 30 Kilometer in die freie Natur fahren, um im Corona-Lockdown Kraft zu tanken und abzuschalten, spielt unter Infektionsschutz-Gesichtspunkten keine Rolle. Im Freien kann man leichter Kontakte vermeiden als in vollen Büros, Werkhallen oder im ÖPNV.

Die Landesregierung muss schnell einen klaren Fahrplan für den Lockdown erarbeiten. Die Betriebe brauchen transparente Regeln. Der kleine Einzelhändler hat zu, aber in den großen Geschäften kann man jetzt alles kaufen, das ist so nicht länger durchzuhalten. Die Landesregierung muss Einzelhandel und Restaurants mit Hygienekonzepten eine klare Öffnungsperspektive geben“.

FDP Saar will Einrichtung einer Warteliste und schnellere Impfung des medizinischen Personals

Nach Meinung von Dr. Helmut Isringhaus, dem stellvertretenden
Landesvorsitzenden der FDP Saar, war mit Anfangsschwierigkeiten bei der
Terminvergabe für Corona-Impfungen zu rechnen. „Man muss den Beteiligten
in den Gesundheitsämtern, Testzentren und Impfzentren aber auch mal ein
dickes Lob aussprechen für ihr Engagement. Die Fehler müssen jetzt
analysiert und abgestellt werden.“
Insbesondere kritisiert die FDP das Windhundprinzip bei der
Terminvergabe. „Die Schnelligkeit der Anmeldung ist kein vernünftiges
Priorisierungskriterium. Da bleiben ältere Menschen, die zu Hause wohnen
und keine computeraffinen Enkel haben,auf der Strecke. Völlig
unverständlich ist es, dass sich medizinisches Fachpersonal ebenso in
die Schlange in der Hotline und im Impfzentrum einreihen muss. Es wäre
sinnvoller, wenn in den Krankenhäusern geimpft würde. Die dringend
notwendige Akzeptanz bei dem Fachpersonal würde dadurch steigen.“

Da es auf längere Zeit immer noch keine funktionierende elektronische
Patientenakte mit integriertem digitalen Impfausweis sowie gebe, müsse
die Dokumentation weiterhin auf Papier erfolgen. Auch eine digitale
Impfbescheinigung wie in Israel sollte endlich auf den Weg gebracht werden.
Isringhaus dazu: „Das ist immer noch ziemlich vorsintflutlich. Ich frage
mich, wie die Auswahl der Patientengruppe mit hohen gesundheitlichen
Risiken erfolgen soll. Kommt dann der entsprechende Patient mit dem
letzten Operationsbericht ins Impfzentrum? Gerade Risikopatienten
sollten optimalerweise durch ihre Hausärzte geimpft werden, die sie und
ihre Krankheitsgeschichten am besten kennen. Durch die Einbeziehung der
Haus- und Fachärzte können die Impfziele auch deutlich schneller
erreicht werden".