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FDP Saar kritisiert Entscheidung der Bundesregierung, die Moselle als Virusvariantengebiet einzustufen

Dazu der europapolitische Sprecher der FDP Saar, Julien François Simons:

„Die Entscheidung der Bundesregierung, die Moselle als Virusvariantengebiet einzustufen, nimmt dem Saarland die Flexibilität für individuelle Lösungen, die in der Grenzregion dringend erforderlich sind. Wir müssen mehr testen und auch grenzüberschreitende Cluster bilden können. Mit IHK und VSU und dem deutsch-französischen Testzentrum sind wir hier gut vorbereitet. Es stellt sich aber auch die Frage nach den Kosten, die wohl beim Land anfallen. Tägliche Schnelltests sind darüber hinaus impraktikabel.

Das Land muss bei der Bundesregierung intervenieren und auf die Unterstützung der saarländischen Minister in der Bunderegierung setzen. Vor allem der Außenminister Heiko Maas (SPD) ist hier gefordert.

Wir fordern, dass der notwendige, kleine Grenzverkehr zwischen Moselle und dem Saarland weiterhin gewährleistet wird. Und das darf nicht nur Berufspendler und Warentransporte betreffen, sondern muss auch Menschen mit sozialen, familiären, bildungsbezogenen oder medizinischen triftigen Gründen einschließen. Zumindest müssen in beiden Ländern bei der Einreise neben den 48 Stunden (Deutschland) bzw. 72 Stunden alten (Frankreich) PCR-Tests auch Antigen-Schnelltests akzeptiert werden. Auch muss der digitale europäische Impfpass kommen. Die Grenze darf nicht wieder zur Trennlinie werden.“

FDP Saar fordert ein verbessertes Impfkonzept für das Saarland/ Impfen in Praxen ermöglichen

Inzwischen steigt durch Zahlen aus Israel die Wahrscheinlichkeit, dass das Impfen mit dem BioNTech-Impfstoff auch bewirkt, dass die Übertragbarkeit gestoppt wird. Das macht das schnelle Impfen noch wichtiger. Da anzunehmen ist, dass bald genügend Impfstoff vorhanden sein wird, muss jetzt sichergestellt werden, dass schnellstmöglich viele Bürger geimpft werden.

Das bisherige Impfkonzept der Landesregierung ist nicht ausreichend und muss dringend überarbeitet werden.

Dazu Dr. Isringhaus, stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Saar und gesundheitspolitischer Sprecher:

„Die Hoffnung, dass geimpfte Personen vor Infekt geschützt sind und auch nicht andere Personen anstecken können, ist eine wichtige Vision, die die Lockerung der Corona-Maßnahmen möglich machen wird. Wir müssen deshalb alles daransetzen, das Impfen zu verbessern. Das Gesundheitsministerium muss zügig ein verbessertes Impfkonzept vorlegen. AstraZeneca sollte hierbei ohne Priorisierung verimpft werden können. Lieber schnell viele impfen, als durch bürokratische Prioritätenlisten einen Impfstau verursachen. Zudem müssen auch niedergelassenen Ärzte oder Betriebsärzte ihre Patienten impfen können. Für die Koordinierung brauchen wir ein Nationales Impfportal in Form eines Online-Tools, das die Impftermine bei Impfzentren und Ärzten koordiniert und verlässlich vergibt. Ebenso ist ein bundesweites Tool für das Impfstoffmanagement notwendig, mit dem die Versorgung besser gewährleistet werden könnte und der Einsatz an den Impfstellen besser koordiniert werden könnte. Auch die Einführung eines elektronischen Impfausweises ist dringend notwendig“.

FDP Saar fordert : Schulöffnung ab dem 08.03.21 braucht ausgereiftes Hygiene- und Testkonzept

Die FDP Saar begrüßt die Bestrebungen des Bildungsministeriums, ab dem 08.03.21 auch die weiterführenden Schulen im Saarland zu öffnen. „Dazu braucht es aber unter den aktuellen Infektionsbedingungen ein ausgereiftes Hygienekonzept. Dazu gehört neben den AHA+L Regeln mithilfe von Lüftungsgeräten auch ein funktionierendes Testkonzept,“ meint Heike Müller, familienpolitische Sprecherin der FDP Saar. „ Die Voraussetzungen dafür scheinen bei Weitem noch nicht geschaffen zu sein, wie sich bei den Grundschulen gezeigt hat. Die Bereitstellung der versprochenen Schnelltests und die mit ihnen verbundene Organisation des medizinischen Personals, die Planung des konkreten Ablaufs der Testungen in den Räumen der Schule und auch die juristischen Vorkehrungen zu den Einwilligungserklärungen sind bislang durch das Ministerium für Bildung nur sehr unzulänglich bis gar nicht erfolgt. Der Unmut der Lehrerinnen und Lehrer darüber ist sehr groß. Da muss dringend nachgebessert werden, um die Gesundheit der Lehrkräfte und der Schüler nicht zu gefährden und eine Ausweitung der Infektionen und damit erneute Schulschließungen zu vermeiden.“ An den Schulen muss medizinisches Fachpersonal vorgehalten werden oder es müssen mobile Testteams eingesetzt werden. Dazu könnten beispielsweise auch Medizinstudierende angefragt werden.

Das Hygienekonzept muss aber auch außerhalb des Schultors weitergedacht werden. Um das Infektionsgeschehen zu reduzieren muss der ÖPNV zu Schulbeginn dringend entlastet werden. „Dazu könnte der Schulbeginn für die Schüler zeitlich gestaffelt werden um Stoßzeiten zu vermeiden. Wir müssen in dieser Lage alle Möglichkeiten nutzen, um Infektionsquellen zu reduzieren. Das Recht unserer Kinder auf Bildung und der Gesundheitsschutz muss in Einklang gebracht werden, damit sie durch die entstehenden Defizite nicht zu den langfristigen Verlieren der Pandemie werden,“ so Müller abschließend.