Statt um die sparte4 zu trauern, sollte die Kulturpolitik in die Gänge kommen

Natürlich ist es immer schade, wenn ein Kulturort schließt. Dennoch hat das Saarländische Staatstheater mit der Schließung seiner kleinsten Spielstätte, der sparte4, eine nachvollziehbare wirtschaftliche Entscheidung getroffen. Die Räumlichkeiten der sparte4 waren gemietet, aber der Vermieter wollte die notwendigen Renovierungen nicht durchführen. Der Spielort war mit ca. 80 Plätzen viel zu klein, dazu ist die technische Ausstattung der Räume rückständig – allein das hat die Inszenierungen eingeschränkt. Nicht zu vergessen der nicht mehr zeitgemäße Brandschutz. Die Schließung ist daher eine logische und verantwortungsbewusste Entscheidung, schließlich finanziert sich das Staatstheater auch aus Steuermitteln. Aber die guten Gründe können kein Alibi für die saarländische Kulturpolitik sein, die Hände in den Schoß zu legen.

Als Freie Demokraten stellen wir generell fest, dass es der Landesregierung und der Landeshauptstadt nach wie vor an einer langfristig angelegten Strategie für Kunst und Kultur fehlt. Es fehlt sowohl an Inhalten als auch an Infrastruktur. Die aktuelle Kultusministerin ist in diesem Punkt ein Totalausfall, wobei auch die früheren Landesregierungen das Thema sträflich vernachlässigt haben.

Aus Sicht der FDP Saar könnte ein Kulturzentrum, das die Musikhochschule beherbergt, auch der richtige Ort für einen technisch gut ausgestatteten Theaterraum sein. Die Landesregierung konnte sich nicht für diese Überlegungen entscheiden. Stattdessen saniert man im Klein-Klein, macht zahlreiche teure Anmietungen während der Sanierung der Musikhochschule und hofft darauf, dass das ‚Kulturgut Ost‘ irgendwie eine „alternative Spielstätte“ wird. Hier wäre eine kulturpolitische Leitinvestition der richtige Weg, um zu zeigen, wie Kunst und Kultur im Land aufblühen könnten.

Dazu meint die Landevorsitzende der FDP Saar, Angelika Hießerich-Peter: „Der Ministerin fehlt ein langfristiges strategisches Gesamtkonzept , das nicht nur ein Erfolg für die Kultur und damit der Lebensqualität der Bürger wäre, sondern auch ein willkommener Zusatzgewinn für den wichtigen Wirtschaftszweig Tourismus sein könnte.“