Pingusson-Bau: Aus einem Denkmal für Europa einen Ort der Zukunft machen
In die Debatte über die Zukunft des Pingusson-Baus in Saarbrücken stellt die FDP Saar einen eigenen – europäischen - Vorschlag ein. Jorgo Chatzimarkakis, Teil des Spitzenteams der FDP Saar zur Landtagswahl 2027 und ehemaliger Europaabgeordneter, spricht sich gegen eine bloße Wiederherstellung des Gebäudes als Verwaltungsstandort aus. Stattdessen solle geprüft werden, den historisch bedeutenden Teil des Ensembles zu bewahren und daraus einen europäischen Zukunftsort zu entwickeln.
„Die Diskussion darf nicht darauf reduziert werden, ob wir viele, viele Millionen Euro in ein altes Verwaltungsgebäude investieren oder es einfach abreißen. Der Weg muss ein anderer sein, denn der Pingusson-Bau ist ein Stück europäischer Geschichte. Genau deshalb sollten wir daraus einen Ort machen, an dem nicht nur Geschichte bewahrt, sondern europäische Zukunft gestaltet wird. Das Saarland und die Region stehen wie kaum eine andere in Europa für die Überwindung nationaler Gegensätze und für die europäische Einigung.“ so Chatzimarkakis.
Die FDP Saar unterstreicht, dass das Saarland im historischen Kernraum der Montanunion, der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, liegt – dem Ausgangspunkt der europäischen Einigung. Mit der Völklinger Hütte besitzt das Land ein Weltkulturerbe der Industriegeschichte. Gleichzeitig transformiert sich die Stahlindustrie, neue Technologien entstehen und die Großregion wächst weiter zusammen. „Warum sollten wir diese Geschichte und diese Zukunft nicht an einem Ort miteinander verbinden?“ fragt Chatzimarkakis.
Er schlägt deshalb vor, die bisherigen Planungen für den Pingusson-Bau zu überprüfen. Neben einer vollständigen Sanierung und einem Teilabriss böte eine dritte Variante einen ganz anderen Weg: Erhalt der architektonisch und historisch besonders wertvollen Gebäudeteile und deren anschließende Entwicklung zu einem deutsch-französisch-europäischen Zukunftszentrum. „Ich stelle mir ausdrücklich kein weiteres konventionelles Verwaltungsgebäude vor. Ich stelle mir einen lebendigen Ort vor: ein modernes Museum, das die europäische Geschichte des Saarlandes erzählt, verbunden mit Räumen für junge Menschen, Start-ups, Wissenschaft, Kultur und europäische Institutionen. Dort könnte man zeigen, wo Europa herkommt – und gleichzeitig daran arbeiten, wohin Europa geht.“
Als europäisches Projekt habe die Finanzierung des Pingusson-Umbaus den Charme, nicht allein beim saarländischen Steuerzahler zu landen. Neben dem Land würden auch Bund, Frankreich, europäische Programme und ggf. private Partner einbezogen.
Chatzimarkakis abschließend: „Denkmalschutz und Haushaltsvernunft sind keine Gegensätze. Die Alternative lautet eben nicht 100-Millionen-Euro-Verwaltungsgebäude oder Abrissbirne. Sondern verändern, was nicht mehr funktioniert und bewahren, was europäische Geschichte verkörpert. Der Pingusson-Bau könnte vom kostspieligen Problemfall zu einem europäischen Leuchtturm werden.“