Isringhaus (FDP Saar) zu Toscani: Schönfärberei ersetzt keine Gesundheitspolitik
Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP Saar, Dr. Helmut Isringhaus, widerspricht den Aussagen von Stephan Toscani, der in seinem Newsletter dem deutschen Gesundheitssystem eine „solide Basis“ bescheinigt.
Isringhaus erklärt: „Geschlechterspezifische Medizin und insgesamt eine stärker individualisierte Medizin sind wichtige und richtige Ansätze. Die FDP unterstützt das ausdrücklich. Medizin muss den einzelnen Patienten in den Mittelpunkt stellen – nicht Durchschnittswerte.“
Zugleich warnt Isringhaus davor, dabei die grundlegenden Probleme des Systems zu übersehen:
„Es hilft nicht, einzelne Fortschrittsthemen hervorzuheben, wenn gleichzeitig die strukturellen Defizite immer größer werden.“
Nach Auffassung der FDP Saar ist die Lage im Gesundheitswesen ernst:
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Lange Wartezeiten und eingeschränkter Zugang zu Arztterminen für gesetzlich Versicherte
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Defizitäre Krankenhäuser und ungelöste Finanzierungsfragen
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Finanzierungsprobleme in der Pflegeversicherung
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Akuter Fachkräftemangel
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Zu wenige Medizinstudienplätze
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Überalterung der niedergelassenen Ärzteschaft
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Zunehmende Abhängigkeit der ambulanten Versorgung von der PKV
Isringhaus weiter: „Das System steht unter massivem Druck. Es funktioniert vielerorts nur noch, weil Beschäftigte an ihre Grenzen gehen und weil es verdeckte Ausgleichsmechanismen gibt. Das ist keine stabile Basis.“
Abschließend betont Isringhaus: „Die FDP steht für moderne, individualisierte Medizin – dazu gehört auch die geschlechterspezifische Betrachtung. Aber wir dürfen uns nicht in Teilaspekten verlieren. Entscheidend ist, dass das System insgesamt wieder verlässlich funktioniert. Dafür braucht es strukturelle Reformen statt Schönfärberei.“