FDP Saar: Dem Land fehlt eine klare Strategie bei der Schulbuch- und Medienausleihe
Die FDP Saar kritisiert die aktuelle Ausgestaltung der Schulbuch- und Medienausleihe im Saarland und fordert erneut eine klare bildungspolitische Strategie für den Einsatz analoger und digitaler Lernmittel. Insbesondere die jetzt festgesetzte Pauschale von 160 Euro für weiterführende Schulen sei nicht ausreichend nachvollziehbar. „Derzeit ist nicht erkennbar, welcher Anteil der 160 Euro auf Schulbücher, Tablets, digitale Lizenzen oder Verwaltungskosten entfällt. Ohne eine transparente Aufschlüsselung wirkt diese Summe willkürlich“, erklärt Gudrun Bierbrauer-Haupenthal, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Saar.
Besonders kritisch bewertet die FDP Saar, dass Schulen vom Bildungsministerium angewiesen wurden, ihre Schulbuchlisten kurzfristig so zu kürzen, dass die neue Pauschale eingehalten werden kann. „Wenn Schulen ihre sorgfältig zusammengestellten Buchlisten nachträglich zusammenstreichen müssen, um eine politisch festgelegte Pauschale einzuhalten, stellt das die pädagogisch-didaktische Planung auf den Kopf“, so Bierbrauer-Haupenthal. „Die Auswahl von Lernmaterialien muss sich an den Anforderungen des Unterrichts orientieren, nicht an einer nachträglich pauschal gesetzten Preisgrenze.“
Zudem sieht die FDP Saar grundsätzlichen Klärungsbedarf hinsichtlich der Rolle digitaler Lernmittel im Unterricht. „Der Weg führt zurück zum Buch. Gedruckte Schulbücher bieten Übersichtlichkeit, fördern konzentriertes Lesen und ermöglichen eine klare Orientierung im Lernstoff“, erklärt Bierbrauer-Haupenthal. „Tablets können ein Schulbuch nicht ersetzen, aber sie können es sinnvoll ergänzen.“ Digitale Anwendungen sind nur dort sinnvoll, wo sie einen echten pädagogischen Mehrwert bieten, etwa durch interaktive Übungen, Simulationen oder zusätzliche Lernangebote. Eine bloße Darstellung von Schulbüchern als PDF-Dateien auf Tablets sei hingegen kein Fortschritt, sondern unnütz und überflüssig.
Darüber hinaus kritisiert die FDP Saar den hohen organisatorischen Aufwand des bestehenden Systems. Bestellung, Verteilung, Rückgabe und Kontrolle der Bücher sowie Schadensmeldungen und Gebührenverwaltung binden jedes Jahr erhebliche Ressourcen an Schulen und bei Schulträgern. „Die Schulbuch- und Medienausleihe ist in ihrer heutigen Form zu einem echten Verwaltungsmonster geworden“, so Bierbrauer-Haupenthal. „Zeit und Personal, die eigentlich für Unterricht, Schulentwicklung und -organisation dringend gebraucht werden, werden stattdessen in der überbordenden Bürokratie der Ausleihe gebunden.“
„Für die Bildung unserer Kinder darf es keine halben Sachen geben. Gute Bildung darf auch Geld kosten. Dieses Geld muss aber gewinnbringend im Sinne des Bildungserfolgs investiert werden und darf nicht in immer komplexeren Verwaltungsstrukturen versickern“, erklärt Bierbrauer-Haupenthal. Die FDP Saar fordert daher erneut eine klare Strategie für die Schulbuch- und Medienausleihe im Saarland: mit einem starken Fokus auf pädagogisch sinnvolle Lernmittel, einer gezielten Nutzung digitaler Technologien und einer Organisation, die Schulen entlastet. Darüber hinaus ist es zwingend notwendig, die organisatorische Abwicklung der Schulbuch- und Medienausleihe stärker zu professionalisieren und auszulagern. Logistik, Verwaltung und Abwicklung könnten von spezialisierten Dienstleistern deutlich effizienter organisiert werden. „Es ist nicht sinnvoll, dass jede einzelne Schule komplexe Logistikprozesse für tausende Bücher organisiert. Diese Aufgaben gehören in professionelle Strukturen“, so Bierbrauer-Haupenthal abschließend.