FDP Saar begrüßt MOSAICS-Projekt und warnt vor administrativen Hürden in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung
Nach dem grenzüberschreitenden Gesundheitstag im Eurodistrict SaarMoselle zieht die FDP Saar eine differenzierte Bilanz der bisherigen Bemühungen zur Verbesserung der deutsch-französischen Gesundheitsversorgung.
Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP Saar, Dr. Helmut Isringhaus, würdigt ausdrücklich die Anstrengungen auf beiden Seiten der Grenze, die Sprachkompetenz des medizinischen Personals auszubauen. „Sprachkenntnisse sind ein wichtiger Baustein für Vertrauen, menschliche Nähe und Empathie in der medizinischen Versorgung. Diese Qualität kann und soll keine Technik ersetzen“, so Isringhaus.
Zugleich sieht die FDP Saar weiterhin erheblichen Reformbedarf bei den administrativen Rahmenbedingungen. Insbesondere die im Interreg-Projekt MOSAICS vorgesehene Entwicklung komplexer Softwarelösungen zur gegenseitigen Abrechnung sei vor allem eine Reaktion auf bestehende Hürden im System der Krankenkassen. „Dass umfangreiche IT-Strukturen nötig werden, zeigt, wie stark die grenzüberschreitende Versorgung derzeit durch abrechnungstechnische Vorgaben behindert wird. Diese Hürden sind politisch und administrativ gemacht – nicht medizinisch begründet“, erklärt Isringhaus.
Aus Sicht der FDP Saar wäre eine deutlich einfachere und patientenfreundlichere Lösung die gegenseitige Anerkennung der Fallpauschalen des Landes, in dem die medizinische Leistung erbracht wird. „Wird ein Patient im Saarland behandelt, gilt das deutsche Vergütungssystem. Erfolgt die Behandlung in Frankreich, gilt das französische. Alles andere führt zu unnötiger Komplexität und Verzögerungen“, so Isringhaus.
Darüber hinaus spricht sich die FDP Saar für einen gezielten, ergänzenden Einsatz moderner Technologien aus. „Künstliche Intelligenz kann menschliche Zuwendung nicht ersetzen. Sie kann aber insbesondere in Notfall- und Akutsituationen helfen, Sprachbarrieren sofort zu überwinden und so die Versorgungssicherheit zu erhöhen“, betont Isringhaus.
Die FDP Saar fordert daher eine stärkere politische Fokussierung auf den Abbau bürokratischer Hemmnisse, mehr Vertrauen in bestehende nationale Vergütungssysteme und eine sinnvolle Kombination aus menschlicher Kompetenz und moderner Technologie. Ziel müsse eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung sein, die sich konsequent an den Bedürfnissen der Patienten orientiert.