FDP fordert faire Rahmenbedingungen für Autoindustrie

Lautstarkes Unternehmens-Bashing hilft niemandem – weder den Beschäftigten bei ZF noch dem Wirtschaftsstandort Saarland insgesamt. Während die SPD lautstark „höchstmögliche Beschäftigungssicherung“ verlangt und Saarbrückens Oberbürgermeister Conradt (CDU) eine sofortige Aufklärung über die Zukunft des Werks Saarbrücken einfordert, bleibt die zentrale Frage unbeantwortet, warum sich ein weltweit agierender Automobilzulieferer zunehmend nach Alternativstandorten umsieht und dem Saarland den Rücken kehrt.
Die FDP Saar warnt seit Jahren vor der fehlgeleiteten Wirtschaftsstrategie der Landesregierung, die schon mit den Ansiedlungen von Wolfspeed oder SVOLT gescheitert ist. Die bisherige Strategie der saarländischen Landesregierung, ausschließlich auf industrielle Neuansiedlungen aus China oder den USA zu setzen, erweist sich einmal mehr als völlig falsch. „Viel wichtiger wäre es gewesen, ein Unternehmen wie ZF, seit Jahrzehnten im Saarland fest verwurzelt mit zeitweise über 10.000 Arbeitsplätzen, beim Umbau ebenso zu unterstützen. Statt Unternehmen ideologisch und regulatorisch zu überziehen, müssen wir Rahmenbedingungen schaffen, in denen sie Arbeitsplätze erhalten können“, so Angelika Hießerich-Peter, Vorsitzende der FDP Saar.
„Es muss um jeden einzelnen Arbeitsplatz bei ZF in Saarbrücken gekämpft werden. Doch dieses Ziel erreichen wir nicht, indem wir das Management in Bausch und Bogen angreifen. Das Management ist per Definition verpflichtet, das Beste für das Unternehmen, die Mitarbeiter und dessen Gesellschafter zu tun – das kann im Zweifel nur einschließen, internationale Standorte zu prüfen. Vielmehr müssen wir im Saarland die Standortfaktoren schaffen, die dazu führen, dass ZF hier bleiben will.“, so Hießerich-Peter weiter.
Ministerpräsidentin Rehlinger ist jetzt gefordert, ihren Einfluss auf Kanzler Merz und EU-Präsidentin von der Leyen gelten zu machen, um das vorgesehene Verbrenner- bzw. Plug-In- Verbot zu kippen – und zwar schnellstens! Eine weitere Hängepartie zu diesem Punkt schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland und dem Saarland massiv. Die FDP Saar fordert die Landesregierung auf, endlich aus ihren ideologischen Denkmustern auszubrechen und gemeinsam mit Wirtschaft, Gewerkschaften und Kommunen ein Standortpaket zu schnüren, das die allgemeinen Standortbedingungen für alle Unternehmen erheblich verbessert. Zu den guten Bedingungen gehört für Automobilzulieferer wie ZF auch, im Land durch mehr Ladepunkte und Tankstellen für alternative Kraftstoffe die Voraussetzungen zu schaffen, um die technologieoffene Transformation der Automobilindustrie voranzubringen. Nur so sichern wir langfristig Arbeitsplätze und stärken das gesamte Saarland als Innovations- und Wirtschaftsstandort.