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FDP Saar fordert Leitlinien für einen Hybridunterricht

Das aktuelle Infektionsgeschehen zeigt, dass aufgrund regionaler Hotspots zukünftig mit erneuten Schulschließungen gerechnet werden muss. Die FDP Saar fordert deshalb die Erarbeitung von Konzepten für das Lernen zuhause oder den sogenannten Hybridunterricht. „Wir werden in Zeiten des Coranavirus auf der Unterrichtsebene durch die Schulöffnungen keine Normalität mehr bekommen. Wir müssen uns auf zwei Ebenen der Beschulung bewegen. Es geht um die Auseinandersetzung mit einem begegnungseingeschränkten Distanzunterricht und einem bewegungseingeschränkten Präsenzunterricht. Dazu bedarf es der Entwicklung eines Konzepts, das beide Aspekte nebeneinander in den Blick nimmt“, sagt die bildungspolitische Sprecherin der FDP Saar, Kirsten Cortez. „ Die Erkenntnisse aus der Krise müssen systematisch erfasst werden. Dazu wird eine Zukunftswerkstatt benötigt, die aus den Erkenntnissen Ansätze für die Zukunft formuliert“, so Cortez weiter. Aus Sicht der Bildungspolitikerin hat die Krise gezeigt, dass es ein neues Verständnis von Lehren und Lernen braucht. Bei der Erstellung des Konzeptes sollten die Veränderung der Aufgabenkultur zu mehr Lernautonomie und Selbstständigkeit, Lernorganisation jenseits des Präsenzunterrichts, veränderte Fortbildungsformate für Lehrkräfte und neue Formen der Zusammenarbeit in den Fokus genommen werden. Das Ziel sollten mehr projektorientierte und fächerübergreifende kollaborative Aktivitäten zur Wissenskonstruktion sein. „Außerdem müssen dringend Lernräume für Schülerinnen und Schüler geschaffen werden, die keinen Zugang zu digitalen Medien haben, damit diese nicht abgehängt werden.“ Eine Lehrerumfrage der Robert-Bosch-Stiftung belegt, dass 37 Prozent der Lehrkräfte während des Homeschoolings mit weniger als der Hälfte ihrer Schüler in regelmäßigem Austausch waren. Besonders Kinder, die in Hartz IV Haushalten oder in Familien mit Migrationshintergrund leben, sind davon betroffen. Sollten neue Schließungen kommen und wir kein tragbares Konzept haben, dürften sich die bereits in den letzten Jahren zunehmenden Probleme bei der Bildungsgerechtigkeit weiter verschärfen.

„Wenn wir nur den alten Normalzustand abwarten, verpassen wir die Chance möglicher langfristiger Veränderungsimpulse für eine zukunftsfähige Form des Lernens auch nach Corona“, so Cortez abschließend.

FDP-Saar: Pflegeassistenzausbildung – guter Ansatz, aber zu kurz gedacht

Die FDP-Saar begrüßt den heutigen Beschluss des Landtages zum Start der Ausbildung Pflegeassistent/-in zum 01. Oktober 2020, sieht aber auch Schwachpunkte.

„Diese schon vor Jahren ins Spiel gebrachte Möglichkeit einer grundsätzlichen Ausbildung im Pflegebereich war längst überfällig. Wir begrüßen es daher, dass dies nun endlich umgesetzt wurde, wenn auch nicht optimal. Diese Ausbildung wird außerhalb des Saarlandes nicht im gleichen Maße anerkannt. Hier besteht Verbesserungsbedarf. Wenn jungen Menschen sich entschließen, in ein anderes Bundesland oder ins Ausland zu gehen, gelten sie dort bestenfalls als Hilfskräfte. Ob dies dem Saarland langfristig die erhoffte Steigerung der Akzeptanz und Attraktivität des Pflegeberufes bringt, ist eher unwahrscheinlich.“, sagt Joachim Geiger, sozialpolitischer Sprecher der Saar-FDP.

„Pflegende tragen große Verantwortung, sind fachlich qualifiziert und körperlich und psychisch stark gefordert. Das muss sich in der Vergütung ihrer Arbeit widerspiegeln. Damit fördern wir die Attraktivität des Berufes. Darüber hinaus bevorzugen wir die integrative Ausbildung der Pflegekräfte. Integrative Ausbildung bedeutet ein gemeinsames erstes Ausbildungsjahr und spezialisierte Folgejahre. So erhalten wir eine kompetente Kinder-, Kranken- und Altenpflege. Zudem wollen wir familienfreundliche Arbeitszeitmodelle fördern.“, Geiger abschließend.